Die Andersmacher

25 Jahre Nimbus Group – ein Unternehmensportrait

Anders. Das Unternehmen Nimbus Group ist anders als viele andere Unternehmen. Und das seit nunmehr 25 Jahren. Man erkennt das Anders-Sein an vielen Details. Zum Beispiel an jener Kampagne, in der sich Nimbus-Mitarbeiter auf großen Werbeflächen stolz und überlebensgroß als „Originale“ für ihr Unternehmen exponierten, um zum Thema Plagiate Stellung zu beziehen.

Dietrich F. Brennenstuhl, Architekt, Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Nimbus Group
Dietrich F. Brennenstuhl, Architekt, Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Nimbus Group

Oder am Elektronik-Erfinder-Club für technikbegeisterte Schüler. Oder an den Zero-Emission-Lieferfahrzeugen, die mit Strom von der firmeneigenen Solaranlage durch den Großraum Stuttgart fahren.

Elektronik-Erfinder-Club
Elektronik-Erfinder-Club

Nirgendwo aber wird das Anders-Sein so deutlich wie in der Firmenkantine: Jeden Morgen um 10 Uhr treffen sich dort alle 160 Mitarbeiter zum gemeinsamen Frühstück. Der Lagerarbeiter neben dem Controller. Designer neben Entwicklungsingenieuren. Lichtplaner neben Verpackern. Vertriebsleute, Praktikanten, Sachbearbeiter, Marketingexperten, Architekten und Innenarchitekten, Elektriker, Akustikspezialisten. An irgendeinem der gedeckten Tische nimmt auch der Gründer, Inhaber und Firmenchef Dietrich F. Brennenstuhl Platz, der für Kaffee und Tee, verschiedene Sorten Brot, Butter, Schokoaufstrich, Marmelade und Honig aufkommt. Gefrühstückt wird vor einem programmatischen Zitat an der Kantinen-Stirnwand: „ICH SUCHE NICHT – ICH FINDE. Suchen, das ist (das) Ausgehen von alten Beständen und ein Finden Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden – das ist das völlig Neue...“


Tägliches gemeinsames Frühstück aller Mitarbeiter
Tägliches gemeinsames Frühstück aller Mitarbeiter

LED-Pionier und Innovationstreiber

Die 1988 ursprünglich als Nimbus Design GmbH gegründete Nimbus Group in Stuttgart – Hersteller von LED-Leuchten (Marke Nimbus) und ebenso technologiegetriebenen akustisch wirksamen Raumgliederungssystemen (Marke Rossoacoustic) – hat ihren Weg zum Neuen gefunden. Indem sie manches anders machte – und vieles davon richtig. Vor allen anderen hat das Unternehmen auf die LED-Technik für innovative Lichtlösungen gesetzt und sich damit weltweit einen Vorsprung selbst vor großen Konzernen erarbeitet. Seit 2006 hat Nimbus rund 8.000 LED-Projekte realisiert und verfügt damit über einen Erfahrungsschatz wie kein anderer Wettbewerber: Das Spektrum reicht von der Ausstattung von Wohnhäusern, Arztpraxen, Galerien, Schulen, Rathaus-Foyers, Vorstandsetagen und Lounges bis hin zu kompletten Bürogebäuden und großen Firmenzentralen wie die Hauptverwaltung von Unilever und die Handelskammer in Hamburg, die ADAC-Zentrale in München und die jüngst fertiggestellte Hauptverwaltung der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

Als derzeit einziger Hersteller bietet Nimbus als Innovationsführer LED-Leuchten für nahezu alle Beleuchtungsaufgaben im Wohnbereich, am Arbeitsplatz, in der flächigen Allgemeinbeleuchtung und für auch den Außenbereich z.B. in Gärten, Parkanlagen und auf Terrassen.

Unilever Hauptverwaltung, Hamburg
Unilever Hauptverwaltung, Hamburg

Puristische Formensprache und High-Tech

Der Wunsch nach gestalterischem Minimalismus, nach einer klaren Formensprache und nach eindeutigen Materialien haben Nimbus von Anfang an bestimmt. Als die Halogenglühlampe Mitte der 1980er Jahre den Sprung vom Autoscheinwerfer zum Leuchtmittel für Wohnzimmer schaffte, hatte auch Nimbus darin die Chance für eine neue Formensprache gesehen -stilprägend war damals die zylindrische Cirrus 0 (1988). Doch technische Parameter wie Hitzeentwicklung und Lichtemission zwangen zu bestimmten gestalterischen Rastern, die vergleichbar machten.

Dieser Gefahr wollte sich Dietrich F. Brennenstuhl entziehen und beschäftigte sich deshalb seit dem Jahr 2000 intensiv mit der LED-Technologie. Diese sehr kleine, sehr effiziente und nur wenig Wärme produzierende Lichtquelle bot beste Voraussetzungen für einen Paradigmenwechsel im Leuchtenbau: Während andere weiterhin mehr oder weniger ansprechende Gehäuse um das Leuchtmittel herum entwarfen, begriff Nimbus den Winzling als entwickelbaren Kern, in dem völlig neue gestalterische Möglichkeiten verborgen waren - aber auch die Kraft, Lichttechnik, Elektronik und Produktion grundlegend zu verändern.

Cirrus 0 / 1988
Cirrus 0 / 1988

Konsequent hat Nimbus alte Zöpfe abgeschnitten und sich – oft an der wirtschaftlichen Schmerzgrenze bewegend – auf den Paradigmenwechsel eingelassen. Nach fünf Jahren intensiver Forschung und Entwicklung mit Zulieferern war die LED so leistungsstark und zuverlässig, dass sie reif für den Markt war, den Nimbus von da an für einige Jahre konkurrenzlos bediente. Ein Meilenstein dabei war im Jahr 2009 die Komplettausstattung der Hauptverwaltung von Unilever in Hamburg mit 3.500 Leuchten, bis heute ist das Gebäude eine starke Referenz für den LED-Spezialisten Nimbus, der inzwischen 98 Prozent seines Umsatzes mit LEDs erwirtschaftet.

Der frühe Einstieg in die LED-Technologie hat Nimbus nicht nur neu auf dem Leuchtenmarkt positioniert. Der frühe Einstieg hat das Unternehmen auch in die Lage versetzt, seinen gestalterischen Minimalismus/Purismus weiter zu zelebrieren, radikal und ohne Kompromisse: Weniger ist mehr. Weniger ist markenbildend. Weniger ist ökologisch. Weniger ist anders.

Modul Q 36 / 2006 / der Archetyp der Nimbus LED-Leuchte
Modul Q 36 / 2006 / der Archetyp der Nimbus LED-Leuchte

Gemeinsam ist allen Nimbus LED-Leuchten eine überzeugende Kombination aus puristischem Design und technologischer Raffinesse. So steckt zum Beispiel in den Leuchten der Familie Roxxaneeine neuartige Bewegungsmechanik aus Friktionsgelenken, wie man sie von Laptops und aus der Medizintechnik kennt, außerdem eine innovative Miniarchitektur für die kühlende Luftzirkulation. Oder: Das innovative, schallabsorbierende Raumgliederungssystem Rossoacoustic hat in seiner textilen Variante Überzüge, die in einem CAD-gesteuerten Rundstrickverfahren ohne jede Naht hergestellt werden. Für Furore sorgte Rossoacoustic bereits vor einigen Jahren mit dem transparenten Raumgliederungssystem CP30, dessen feine Struktur an natürliche Waben angelehnt ist. Zusammen mit dem Institut für Tragkonstruktion und Konstruktives Entwerfen der Uni
Stuttgart (ITKE) wurde jüngst ein Forschungsprojekt für ein transparentes Akustikelement aus Biokunststoff abgeschlossen.

Roxxane mit innovativer Gestensteuerung / 2012
Roxxane mit innovativer Gestensteuerung / 2012

Das Anders-Sein, den durchdachten Stilbruch zelebriert Nimbus auch innerhalb seines eigenen Sortiments: Die knallbunte, sehr körperhafte LED-Leuchte Squeeze des New Yorker Designers Karim Rashid ist ein gestalterischer Kontrapunkt zur sonst so reduzierten Nimbus-Ästhetik.

Rossoacoustic CP 30 Space Divider / 2013
Rossoacoustic CP 30 Space Divider / 2013

Besondere(r) Firmenkult(ur)

Erster Anders-Macher bei der Nimbus Group ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer Dietrich F. Brennenstuhl. Als designaffiner Architekt und gelernter Werkzeugmacher verkörpert er gleichzeitig den gestalterischen, technologischen und visionären Anspruch des Unternehmens. Die besondere Firmenkultur fasst er in den Satz: „Im Kern geht es darum, dass wir eine fröhliche Truppe sind, wilde kantige Typen, die Spaß an ihrer Arbeit haben.“ Über die Jahre hat sich unter seiner Führung ein Unternehmen entwickelt, das schwäbische Schaffigkeit mit lässiger Weltläufigkeit verbindet, Prozessdisziplin mit augenzwinkernder Kreativität, unverhandelbare Qualitätsansprüche mit einem ausgeprägten Sinn für Soziales.
Die Nimbus Group fördert überdies seit vielen Jahren regionale Kinder-, Jugend und Bildungsprojekte, ist Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und Mitglied im Stifterkreis des renommierten „Rat für Formgebung“.

Belegschaft der Nimbus Group / 2011
Belegschaft der Nimbus Group / 2011

Designed and manufactured in Stuttgart/Germany

Zum Markenkern der Nimbus Group, deren sämtliche Unternehmensbereiche von der Produktentwicklung über die Fertigung, Qualitätssicherung und Logistik bis zum Vertrieb am Standort in Stuttgart-Feuerbach konzentriert sind, gehört auch umweltbewusstes Handeln. Nicht nur fahren Nimbus-Lieferfahrzeuge mit Strom, auch sind über 90 Prozent der Zulieferbetriebe von Nimbus im Umkreis von 200 km angesiedelt.

Produktion Roxxane-Leuchtenserie
Produktion Roxxane-Leuchtenserie

Direkt gegenüber dem Werksgebäude befindet sich der Mock-Up, Showroom der Nimbus Group, der früher einmal ein Heim für Asylbewerber war. Auf rauen, im Originalzustand belassenen Wänden erzählen alte Kritzeleien ihre eigene authentische Geschichte und erinnern an die frühere Nutzung.

Mock-Up Stuttgart, Ausstellung, Labor und Schulungszentrum
Mock-Up Stuttgart, Ausstellung, Labor und Schulungszentrum

Im harten Kontrast hierzu spiegelt sich in der weißen Loft-Atmosphäre der Geist der Kreativen: Zwischen den ausgestellten Leuchten parkt eines der Motorräder des Chefs, eine feuerrote Racing Ducati 996 mit 180 PS in einer Box.

Noch so ein Beispiel dafür, dass das Unternehmen anders ist als viele andere.